Boris Kagarlitskij ruft zur Solidarität mit den Geiseln von Chimki auf
Tags: Boris Kagarlitsky | Repressions | solidarity
Sunday, 19 September 2010
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Übersetzung
Derzeit tendieren viele Leute (sowohl aus dem Staatsapparat, als auch aus den sozialen Bewegungen) zu der Aussage, dass es in der Kampagne zum Erhalt des Waldes in Chimki richtige, loyale und mit friedlichen und gewaltfreien Methoden agierende Leute gibt, gleichzeitig aber auch verantwortungslose Extremisten, nämlich diejenigen, die die Verwaltung in Chimki angegriffen haben. Also die Leute, die diese militante Aktion organisiert haben.
Dabei bleiben zwei Punkte außen vor. Erstens gingen Gewaltaktionen anfangs von denjenigen aus, die versuchen die Protestkampagne zu sprengen. Wir wissen ganz genau von dem gewaltsamen Übergriff und der Zerschlagung des Umweltcamps im Wald von Chimki. Dieser Übergriff erfolgte mit Deckung durch die lokalen Behörden, zumindest haben diese keinerlei Gegenmaßnahmen ergriffen. Dafür wissen wir nichts über Ermittlungen hinsichtlich dieses Übergriffs, wir wissen nichts darüber, was die Miliz in Chimki getan hat, um die Verantwortlichen zu bestrafen. Wir wissen nichts über den Zorn oder die Empörung lokaler oder föderaler Staatsvertreter angesichts dieser unhaltbaren Zustände.
Vor diesem Hintergrund ist es überaus verständlich, dass eine derartige Tatenlosigkeit der Staatsmacht und eine derartige faktische Stimulierung von Gewalt seitens rechtsradikaler Gruppierungen militante Aktionen von der anderen Seite provozieren. Doch ist anzumerken, dass sich die Gewalt der Rechtsradikalen gegen Menschen richtete.
Was den bei dem Verwaltungsgebäude angerichteten Schaden anbelangt, so ist keine einzige Person dabei verletzt worden. Wir haben keinerlei Grund zur Annahme, dass die beiden in U-Haft befindlichen Personen für diese Vorkommnisse verantwortlich sind. Sicher wissen wir nur, dass sie in Chimki als Teilnehmer jener Demonstration waren.
Denn ausgerechnet Aleksej und Maxim setzten sich für gemäßigte und nichtmilitante Aktionsformen ein und sie traten in der Öffentlichkeit auf. Es fällt auf, dass viele Leute ihre Gesichter vermummen, viele nennen ihre Namen nicht. Sowohl Aleksej als Maxim haben ihre Namen genannt, sind öffentlich aufgetreten ohne ihre Gesichter zu verbergen. Übrigens sind sie freiwillig zu den Ermittlungsorganen gegangen, als sie dazu aufgerufen wurden, wie gesetzestreue loyale Staatsbürger.
Mit anderen Worten, sogar wenn wir der Ansicht sind, dass jemand für die vier zerschlagenen Fenster bestraft werden und wohl auch für die vier neuen Fensterscheiben aufkommen muss – das ist im Übrigen das gesamte Ausmaß des Problems – dann ist dennoch nicht offensichtlich, dass es sich dabei ausgerechnet um Maxim und Aleksej handeln muss.
Russischer Originaltext: http://www.antifa.ru/4946.html
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Solidarity!